Hilft Yoga bei Endometriose?

von Mai 21, 2020Endometriose, Yoga2 Kommentare

Seit meiner Endometriose Diagnose suche ich nach Wegen, meine Schmerzen und anderen Symptome zu verringern. Vor allem seit ich gegen den Rat meiner Frauenärztin die Pille abgesetzt habe, habe ich hier viel ausprobiert. Eines der hilfreichsten Mittel, das ich auf dieser Suche gefunden habe, ist Yoga.

Nicht nur können bei der Yogapraxis Verspannungen und Verklebungen gelöst werden, was Schmerzen direkt reduzieren und vorbeugen kann. Wir können dabei auch Einfluss auf unsere Hormone sowie unser vegetatives Nervensystem nehmen, und unser Wohlbefinden dadurch ganzheitlich verbessern. Zudem schafft die Yogapraxis ein Gefühl der Ermächtigung durch Selbstfürsorge und Gemeinschaft.

In der kommenden Blog-Serie „Yoga und Endometriose“ gehe ich auf die verschiedenen Aspekte genauer ein. Hier findest du jedoch schon mal das wichtigste auf einen Blick.

Warum sollte ich Yoga bei Endometriose üben?

Eine wissenschaftliche Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, zeigte, dass Yoga bei Endometriose Schmerzen reduzieren und das Wohlbefinden steigern kann. Hier konnte die Gruppe an Studienteilnehmerinnen, die zwei Monate regelmäßig Yoga geübt haben, im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die kein Yoga geübt hat, negative Symptome der Endometriose signifikant erheblich verringern, und ihre Lebensqualität steigern.

Eine weitere Studie zeigte, dass die Yogapraxis neben der Reduktion von Schmerzen, auch psychologische Einflüsse der Endometriose auf Patientinnen positiv beeinflusst hat. Studienteilnehmerinnen konnten durch die Yogapraxis ihre Beziehung zu ihrem Körper verbessern und dadurch mit der Erkrankung einhergehende Symptome wie Stress und Anspannung besser managen. Besonders die während der Praxis angewandten Atemtechniken galten hier als entlastend.

Bei dieser Studie wurde auch aufgezeigt, dass der Aspekt der Gemeinschaft unter betroffenen einen positiven Einfluss auf die Teilnehmerinnen hatte.

Ist es egal, welche Form des Yoga ich übe?

Während Yoga generell einen positiven Effekt auf viele Bereiche deines Lebens haben kann, ist nicht jede Form des Yoga für uns Frauen mit Endometriose ratsam. Besonders von körperlich sehr anstrengenden Yogastilen wie zum Beispiel Ashtanga Yoga oder Jivamukti Yoga würde ich absehen. Hier sind viele Übungen darauf ausgerichtet, dass wir Bauchmuskeln aufbauen und unser Bauch fest ist, was jedoch bei Personen mit Unterleibsbeschwerden oft eher kontraproduktiv ist. Viele von uns haben ohnehin schon genug Spannung im Beckenboden, sodass ein ständiges Anspannen während der Praxis (Mula Bandha) diese Problematik weiter verschärfen kann, statt uns zu entlasten.

Zudem regiert in einigen Yogaschulen ein ziemlicher Leistungsdruck. Oft kann man das Gefühl bekommen, dass es darum geht, immer noch tiefer in bestimmte Haltungen gehen und noch akrobatischere Haltungen einnehmen können zu müssen. Dadurch kann man sich schnell unter Druck gesetzt fühlen und aufhören, auf den eigenen Körper zu hören. Wir üben Yoga dann nicht mehr für uns und unser Wohlbefinden, sondern um mithalten zu können, dazuzugehören, und eventuell auch unser Ego zu befriedigen, um uns zu beweisen, was wir trotz Endo alles können.

Hormon Yoga nach Dinah Rodriguez ist ebenfalls nicht zu empfehlen, wenn du Endometriose hast, da hier der Östrogenspiegel erhöht wird. Endometriose Patientinnen leiden ohnehin oft an einer Östrogen Dominanz, sprich zu viel Östrogen im Körper zu haben. Die Östrogenproduktion anzuregen wäre hier daher in vielen Fällen kontraproduktiv.

Ich empfehle Endometriose-Patientinnen generll eher sanfte Yogastile, wie Yin Yoga oder Moon Yoga® zu verfolgen. Letzteres wurde sogar speziell für Frauen mit hormonellem Ungleichgewicht konzipiert und ist somit genau auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet.

Vinyasa Yoga würde ich nur in der Form eines Gentle oder Slow Flows empfehlen und wenn eher in der ersten Zyklus-Hälfte. Am Ende des Tages muss jedoch jede Frau für sich entscheiden, was ihr guttut und was nicht. Denn da Endometriose bei jeder von uns etwas anders auftritt und andere Beschwerden mit sich zieht, darf man hier nie generalisieren. Probiers einfach aus und schau was für dich das Beste ist.

Was sind deine Erfahrungen bisher mit Yoga bei Endometriose? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

P.S.: Ich arbeite momentan in Hochtouren an einem Onlinekurs für Yoga bei Endometriose. Hier kannst du dich für die Warteliste anmelden, sodass du informiert wirst, sobald alle Details stehen und der Kurs buchbar ist.

2 Kommentare

  1. Maja

    Vielen Dank für den super Beitrag. Ich selbst leide seit über 20 Jahren an Endometriose. Das Yoga und die Meditation haben mir in vielerlei Hinsicht geholfen mein Befinden zu verbessern. Wo ich dir wiedersprechen muss, ist dein anbraten von Ashtanga. Dieser Stil hat mir am meisten geholfen. Diese bewegte Meditation, die man auf seine Bedürfnisse anpassen kann, war eine Bereicherung. Gerade in den Mysore Klassen kann der Lehrer (wenn man es vorher mitteilt) hier gezielt Tipps geben.

    Antworten
    • Eva

      Hallo Maja, vielen Dank für dein Kommentar und dein Feedback. Das freut mich zu hören, dass Ashtanga Yoga dir geholfen hat. Wenn der Lehrer einen hier unterstützt und entsprechende Alternativen gibt, ist das ja super. Ich hatte da leider nicht so gute Erfahrungen und habe auch von einigen anderen Betroffenen gehört, die durch das lange Halten von Mula Bandha und die starken Bauchmuskelübungen, danach stärkere Beschwerden hatten. Aber so unterschiedlich wie der Krankheitsverlauf bei uns allen ist, so unterschiedlich sind auch unsere Erfahrungen. Ausprobieren und schauen, was für einen selbst passt, ist hier der Schlüssel. Liebe Grüße, deine Eva

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.