Drei Mudras für deine Weiblichkeit

von Okt 21, 2020Weiblichkeit, Yoga0 Kommentare

Im Yoga können wir uns auf verschiedene Weise mit unserer Weiblichkeit verbinden. Eine davon sind Mudras, weswegen ich dir heute drei Mudras für deine Weiblichkeit vorstellen möchte.

Was sind Mudras?

Mudras sind meist mit den Händen und Fingern ausgeführte Gesten, die Energie lenken können. Es gibt aber auch Mudras, die mit anderen Körperteilen bzw. Muskelgruppen ausgeführt werden.

Der Begriff „Mudra“ kommt aus dem Sankrit. Es setzt sich aus den Silben „Mud“, was „Freude“ heißt, und „ra“, was „geben“ heißt, zusammen. Mudra bedeutet übersetzt also so viel wie „Das, was Freude gibt“.

Während Mudras in Indien ein sehr wichtiger Bestandteil ein jeder Yogapraxis ist, sind sie im Westen noch nicht so verbreitet. Oft findet man nur ein paar Mudras, wie das Anjali Mudra (Gebetshaltung), immer wieder, obwohl es hunderte, wenn nicht tausende, davon gibt.

Yoni Mudra

Das Yoni Mudra ist das am meisten verbreitete Mudra für deine Weiblichkeit. Es wird auch „Mutterschoß Mudra“ genannt, weil du dich durch seine Praxis so geborgen und ruhig, wie im Schoß der Mutter fühlen kannst. Es hilft dir, deine fünf Sinne zurückzuziehen, um ganz bei dir anzukommen. Die Energie wird also vom Außen ins Innen gelenkt und du kannst zur Ruhe kommen.

Für Frauen hat es eine besondere Bedeutung, wenn wir es vor unserem Unterleib, unserem weiblichen Kraftzentrum platzieren. Dadurch kannst du Energie speziell in diesen Bereich lenken, wodurch Menstruationskrämpfe gelindert, Stress reduziert und der Übergang in die Menopause geebnet werden kann. Zudem kann es dich dabei unterstützen deinen Zyklus mit dem Mondzyklus zu synchronisieren.

Es gibt hier verschiedene Formen der Ausführung. In der einfachen Ausführung nimmst du deine flachen Hände so zusammen, dass die Daumen und Zeigefinger sich berühren und sich in der Mitte zwischen den beiden Händen ein Dreieck formt. In der ursprünglichen Form des Mudras kreuzt du den kleinen, Ring- und Mittelfinger und nimmst die Daumen und Zeigefingerspitzen zusammen. Diesmal formt sich eine Raute zwischen deinen Fingern, welche der Form einer Yoni oder Vulva ähnlich ist. Nehme das Mudra nun vor deinen Unterleib, wobei du, falls du die zweite Version gewählt hast, dich entscheiden kannst, ob die Form der Vulva nach innen oder nach außen zeigen soll. Halte es hier für mindestens neun Atemzüge, aber gerne auch während der Meditation für 10 Minuten.

Shakti Mudra

Shakti Mudra

Das Shakti Mudra ist nach der indischen Göttin Shakti benannt, und wird auch das Mudra der kosmischen Kraft genannt. Es unterstützt deine weibliche Kraft und regt sie an, vom ersten Chakra, dem Beckenboden nach oben zu steigen.

Die Praxis dieses Mudras kann dir helfen Entspannung in deinen Beckenboden und Beckenbereich zu bringen. Dadurch kann es ebenfalls Menstruationskrämpfe sowie Schlaflosigkeit in dieser Zeit lindern. Wie auch beim Yoni Mudra kann dich auch das Shakti Mudra dabei unterstützen dich mit deinem weiblichen Kraftzentrum zu verbinden. Es hilft Stress abzubauen und schenkt Kraft und Stabilität.

Um Shakti Mudra zu praktizieren, nehme die Fingerspitzen von deinem kleinen und deinem Ringfinger zusammen. Dann umschließe deine Daumen mit Zeige- und Ringfinger und bringe die Außenseiten dieser Finger zusammen. Nehme dieses Mudra nun wieder vor deinen Unterleib und halte es für mindestens neun Atemzüge. Du kannst es aber auch während der Meditation für bis zu 15 Minuten halten.

Maha Sacral Mudra

Das Maha Sacral Mudra ist auch als das Beckenboden Mudra bekannt und stärkt die ersten beiden Chakras. Die Praxis dieses Mudras hat einen ausgleichenden und entspannenden Effekt auf unseren Beckenboden, Sexual- und Bauchorgane. Dadurch ist es fantastisch bei Menstruationsbeschwerden jeglicher Art.

Es ist besonders geeignet für Personen, die Schwierigkeiten damit haben loszulassen, egal ob Anspannung, Stress oder Emotionen. Dies führt nämlich oft zu Verspannungen im Beckenboden, sowie Probleme mit jeglicher Form von Ausscheidung an dieser Stelle, egal ob Menstruationsblut, Urin oder Kot. Die Praxis des Maha Sacral Mudras unterstützt dich daher dabei, Emotionen und Stress besser zu verarbeiten, statt festzuhalten.

Das Maha Sacral Mudra wird in zwei Phasen geübt. Zunächst nimmst du die Fingerspitzen deiner Ringfinger zusammen und die Fingerspitzen deiner Daumen und kleine Finger zusammen. Dadurch zeichnen die Daumen und kleinen Finger zusammen eine liegende acht, welche die Form der Knochen um den Beckenboden simulieren soll. Die Zeige- und Mittelfinger zeigen nach oben. Dies hälst du nun für zehn Atemzüge. In der zweiten Phase nimmst du nun die Fingerspitzen der kleinen Finger alleine zusammen, während sich die Fingerspitzen der Daumen mit den Fingerspitzen der Ringfinger treffen. Die Zeige- und Mittelfinger bleiben ausgestreckt. Auch hier verweilst du nochmal für zehn tiefe Atemzüge bevor du das Mudra wieder löst.

Wann ist die beste Zeit, um Mudras zu üben?

Da Mudras „nur“ kleine Gesten sind, kannst du sie ganz einfach in deinen Alltag integrieren. Du könntest sie zum Beispiel auch ganz einfach mal in der Arbeit an deinem Schreibtisch für ein paar Atemzüge üben, ohne, dass es jemand bemerkt. Oder du machst es, wenn du keine Kraft dazu hast „richtiges“ Yoga auf der Matte zu üben, zum Beispiel wenn du deine Tage hast oder Endometriosebeschwerden.

Während der Yogapraxis kannst du sie nach belieben integrieren, wobei ich persönlich ihre Praxis am Anfang oder am Ende einer Yogastunde am schönsten finde. Dadurch kannst du entweder den Ton für eine Stunde setzen, oder sie energetisch wertvoll ausklingen lassen.

Ansonsten kannst du Mudras auch mit deiner Meditationspraxis kombinieren. Dabei hälst du sie einfach während deiner Meditation für 3-15 Minuten.

Was hast du bisher für Erfahrungen mit Mudras gemacht? Hast du ein Lieblingsmudra?

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